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Zukunft für Glyphosat-Einsatz weiter offen - BUND enttäuscht

Erschienen am 10.11.2017
Brüssel/Schwerin (dpa/mv) - Der Umweltschutzverband BUND in Mecklenburg-Vorpommern hat enttäuscht auf die neuerliche Verschiebung der Glyphosat-Entscheidung durch die EU reagiert. «Eine gesellschaftliche Mehrheit in Deutschland will das endgültige Aus für Glyphosat. Wenn Deutschland einen Kompromissvorschlag macht, dann sollte klar sein, dass Glyphosat nach drei Jahren in der EU endgültig Geschichte ist», sagte BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag am Donnerstag in Schwerin. Zudem forderte sie, dass der umstrittene Unkrautvernichter sofort für den Privatgebrauch und für den Einsatz im öffentlichen Raum verboten wird.

An Glyphosat gibt es viel Kritik. Der Unkrautvernichter gilt als preiswert und wird weltweit genutzt. Wissenschaftler sind aber uneins über das von der Chemikalie ausgehende Krebsrisiko. Im zuständigen Expertengremium der EU-Länder gab es am Donnerstag in Brüssel keine nötige Mehrheit zur Verlängerung der Lizenz für das in Europa bis Mitte Dezember zugelassene Glyphosat. Nun soll ein Vermittlungsverfahren eingeleitet werden.

Die neuerliche Verschiebung biete vor allem eines: «Raum und Zeit für Lobbyismus», erklärte Cwielag. Sie warf Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) vor, im Interesse der Agrarindustrie zu handeln, wenn er unabgesprochen bereits die Zustimmung Deutschlands zu einer Verlängerung signalisiere. Das SPD-geführte Bundesumweltministerium sei klar gegen jedwede Verlängerung von Glyphosat. Schmidts Vorgehen sei daher «inakzeptabel». Eine Wiederzulassung von Glyphosat für drei Jahre mit Aussicht auf eine erneute Verlängerung sei keine Option.