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Mindestlohn in Landwirtschaft verändert Anbauarten und Sorten

Erschienen am 12.02.2018
Koblenz/Mainz (dpa/lrs) - Die Einführung des Mindestlohns in der Landwirtschaft lässt arbeitsintensive Sorten auf den Äckern in Rheinland-Pfalz verschwinden und treibt den Einsatz von Maschinen voran. Zucchini werde er in diesem Jahr keine mehr anbauen, sagte etwa Johannes Zehfuß, Gemüsebauer und Vizepräsident im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd. Bis zu 70 Prozent der Kosten bei dem Gemüse seien Lohnkosten - und diese stiegen seit 2015 stetig.
Ähnlich sehe es bei Radieschen, Schalotten und Spargel aus; auch diese Sorten würden von den Landwirten nun weniger angebaut.

Im Norden von Rheinland-Pfalz rechnet Obstbauer Franz Josef Schäfer vor, dass er seit der Einführung des Mindestlohns den Erntehelfern im Schnitt 60 bis 70 Prozent mehr Lohn bezahlt. In der Landwirtschaft war der Mindestlohn seit Anfang 2015 schrittweise an den anderer Branchen angepasst worden. Schäfer pflanzt nun seine Erdbeeren nicht mehr draußen aufs Feld, sondern in Tunnel. «Das ist eine sehr intensive Produktion. Die Pflanzen stehen im Substrat, werden bedarfsgerecht gedüngt, tragen von Mai bis Oktober.» So komme er mit einem Drittel der Mannschaft aus. Beim Kernobst setzten seine Kollegen zunehmend auf Pflückmaschinen und Hebebühnen.