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Letzter seiner Art: Vor 100 Jahren starb Karolinasittich «Incas»

Erschienen am 18.02.2018
Gelber Kopf mit rotem Fleck am Schnabel und grünes Gefieder: Der Karolinasittich war die einzige in Nordamerika heimische Papageienart. Abholzung und Jagd besiegelten sein Ende. Vor 100 Jahren starb der letzte in Gefangenschaft gehaltene Karolinasittich.

New York (dpa) - Wie ein riesiger glänzender Teppich habe es ausgesehen, wenn sich ein Schwarm Karolinasittiche in einem Kornfeld niederließ. So beschrieb es der US-Vogelforscher John James Audubon
(1785-1851) einmal - und er malte die Papageien, die Ornithologen
begeisterten: gelbe Köpfchen, roter Fleck am blassen Schnabel, grünes Gefieder. Heimisch in den USA als einzige Papageienart Nordamerikas überhaupt fanden sich die Vögel einst bis in den Norden von Wisconsin und an den Ufern des Lake Erie. Das letzte bekannte Exemplar von Conuropsis carolinensis starb am 21. Februar vor genau 100 Jahren in einem Zoo in Cincinnati.

«Incas» hieß das Männchen, das letzte seiner Art. Seine Partnerin «Lady Jane» war nur wenige Monate vorher gestorben - im selben Käfig, in dem nur knapp vier Jahre zuvor die letzte Wandertaube «Martha» gestorben war. Auch diese Art gilt seitdem als ausgestorben.

Karolinasittiche lebten vor allem in Wäldern in der Nähe von Flüssen.
Sie wurden rund 30 Zentimeter groß und ihre grünen Federn galten bei Frauen als beliebter Schmuck. «Wenn sie an einen Ort mit reichem Nahrungsangebot gelangen, landen sie nicht wie viele andere Vogelarten sofort, sondern verschaffen sich zunächst einen Überblick über die Umgebung, indem sie in weiten Kreisen über sie hinwegfliegen», schrieb Vogelforscher Audubon.

Vor allem die Abholzung von Wäldern und die Jagd wurde den Papageien zum Verhängnis. Hinzu kam eine besondere Eigenschaft:
Karolinasittiche waren gerne eng beieinander. «Ich habe Äste gesehen, die so dicht von ihnen bedeckt waren wie es nur möglich war», so Audubon. Beim Abschuss eines Schwarmmitglieds kehrten die Vögel wohl nach kurzem Auffliegen sofort an die Stelle zurück, heißt es von der Audubon-Gesellschaft, eines im Namen des Forschers gegründeten US-Umweltschutzvereins. «Das führte dazu, dass noch mehr von Jägern getötet werden konnten.» Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der letzte in freier Wildbahn lebende Karolinasittich in Florida erschossen.

Nur wenig ist bekannt über die Art, ihre Abstammung und Lebensweise.
Wissenschaftler haben das Erbgut einiger in Museen erhaltener Exemplare analysiert und unter anderem herausgefunden, dass der nächste Verwandte wohl der in Südamerika lebende Sonnensittich ist.

Warum die Karolinasittiche gerade in Nordamerika heimisch wurden? Die Art wurde vor ihrem Aussterben nie umfassend biologisch untersucht, heißt es vom Cornell Lab of Ornithology. «Deswegen werden viele Aspekte ihrer Lebensweise und die Ursachen ihres Aussterbens wohl immer unbekannt oder spekulativ bleiben.»